Consultingbranche | Unternehmensberater werden Digital-Kundenorientierte-Strategieberater

Coaches und Beratungsunternehmen schießen wie Pilze aus dem Boden. Da sich die Anforderungen der Kunden aus dem Mittelstand verändern, werden auch die Kompetenzen der Unternehmensberater individueller.

Das Bild der Unternehmensberater wurde in den letzten Jahrzenten immer mit den großen Namen wie Roland Berger, The Boston Consulting Group oder PricewaterhouseCoopers AG verglichen. Darüber hinaus existieren jedoch viele spezialisierte Unternehmensberatungen bzw. Unternehmensberater, die mit einem kleinen Team Partner des Mittelstands sind. Das Bild in der Consultingbranche ist dabei, sich stark zu verändern.

Einerseits werden aus hervorragenden Produktherstellern im Mittelstand komplexe Serviceanbieter, die ihren Kunden wiederum neben der „Hardware“ – dem Produkt – komplette Services mitgeben. Schulungen, Beratung, Drittprodukte oder Logistikoptimierungen. Andererseits wandelt sich das Bild des Beraters. Die reine Prozessberatung oder IT-Dienstleistung reicht nicht mehr. Ein Consulter wird zum Multitalent, der sich viele zusätzliche Kompetenzen aneignen muss, aber trotz allem in einer Spezialisierung exzellenter Ansprechpartner des Kunden ist. Schwierig? Ja!

Die Herausforderung für Unternehmensberater

Das Must-have sind strategische Kompetenzen. Die rein operative Umsetzung wird weniger nachgefragt.

bundesverband unternehmensberatung beratungsfelder 2014

Aufteilung und Umsatzwachstum ausgewählter Beratungsfelder, 2014. (Quelle: Bundesverband Deutscher Unternehmensberater BDU e.V.)

Die großen Beratungsgesellschaften sind dabei andere, spezialisierte Unternehmensberatungen einzukaufen, um den Kunden weiterhin ein attraktives Kompetenzportfolio anbieten zu können. D.h. aber auch, der einzelne Consulter muss ständig seine Kompetenzen erweitern. Er wird ein Digital-Kundenorientierter-Strategieberater. Die Ansprüche steigen und große Beratungsunternehmen sehen sich im Spiegel des War for Talents.

bundesverband unternehmensberatung branchen 2014

Aufteilung und Umsatzwachstum ausgewählter Klientenbranchen, 2014. (Quelle: Bundesverband Deutscher Unternehmensberater BDU e.V.)

Also wird der Berater IT-Kompetenz, Geschäftsprozesskompetenz und Kundenorientierungskompetenz vereinen müssen, denn der Kunde hat ähnliche Herausforderungen in seiner innovativen Leistung, die er erbringen muss. Der Kaskadeneffekt in der Wertschöpfungskette wird sich ändern und somit auch die Kompetenzen aller Prozessbeteiligten.

Märkte stehen vor neuen Herausforderungen

Die Märkte in denen sich Kunden der Unternehmensberatungen bewegen ändern sich schnell und der Innovationsdruck wird immer größer. Endkunden verlangen schnellere Produktzyklen. Wichtig wird der Bezug zur Marktorientierung für Consultingunternehmen. Der Mix aus dem Wissen um Markt + Kundenbedürfnis + Wettbewerbssituation summiert sich im Erfolg. Beim Thema marktorientiertes Innovationsmanagement hat sich beispielsweise die mit dem Top-Consultant Award 2015 ausgezeichnete Prof. Homburg GmbH aus Mannheim etabliert.

Hintergrund: „TOP CONSULTANT“ prüft die Beratungsleistung der Teilnehmer anhand eines umfangreichen Verfahrens, bei dem die Kundenzufriedenheit und die Performance sowie die Professionalität der Berater im Vordergrund stehen. Das Siegel, das Mittelständlern eine Orientierung im Beraterdschungel bieten soll, wird bereits zum sechsten Mal vergeben. Als Mentor des Beratervergleichs ehrte Bundespräsident a. D. Christian Wulff die Beratung Homburg & Partner am 26. Juni 2015 auf dem Deutschen-Mittelstands-Summit in Essen.

Prof Dr Dr Christian Homburg

Prof. Dr. Dr. Christian Homburg

Das standardisierte Methoden längst nicht mehr zum werthaltigen Beratungsalltag gehören wissen die Experten rund um Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Christian Homburg. Ihm kommt zugute, das er einer der forschungsstärksten BWL-Professoren ist. Der Spruch „über den Tellerrand schauen“ wird zum gültigen Berateralltag. Empfohlene Strategien sollten auf Grundlage bestehender Fakten beim Kunden, auf globale Trends sowie auf Entwicklungen im Kundenumfeld basieren.

Und eine in Richtung „zukünftiger Berater“ gesprochene Aussage von BDU-Präsident Hans-Werner Wurzel ist interessant: „Wer BWL mit Digitalisierung kombinieren kann, hat beste Karten.“ Auf jeden Fall ist die Aussicht für die Consultingbranche rosig.

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Laut einer BDU-Umfrage haben sieben von zehn befragten Beratungsunternehmen eine positive Wachstumsprognose abgegeben, zwei sehen stagnierende Umsätze und einer von zehn Befragten ist skeptisch. Vor allem die Banken, die Prozessindustrie (Chemie & Pharma) und der öffentliche Sektor sind Treiber des Wachstums.

Ein besonderer Trend, den Unternehmensberater zudem in Zukunft quasi inhaliert haben sollten, ist der Change-/Innovationsbedarf ihrer Beratungskunden. Hierbei sollten alle Ebenen der Unternehmenskultur berücksichtigt werden.

(Quellen: Prof. Homburg GmbH /Bundesverband Deutscher Unternehmensberater BDU e.V.)

2 Responses to Consultingbranche | Unternehmensberater werden Digital-Kundenorientierte-Strategieberater

  1. Sven Kamerar April 14, 2016 at 8:06 am #

    Ein spannendes Thema, das auch Gegenstand eines Workshops auf dem 3. Deutschen Mittelstands-Summit am 24. Juni 2016 in Essen sein wird.

    Titel des Wokrshops: „Disruption und Digitalisierung: Was treibt den Wandel in der MIttelstandsberatung?“

    Geleitet wird der Workshop von Prof. Dr. Dietmar Fink. Die anschließende Ergebnisauswertung moderiert der Wirtschaftsjournalist Axel Gloger. Als weiterer Experte dabei: Dirk Schuran von der COMATCH GmbH.

    Alle Infos zu dem Workshop und zur Konferenz gibt es hier:

    http://www.deutscher-mittelstands-summit.de/der-summit/konferenz/

  2. Sven Kamerar April 14, 2016 at 8:12 am #

    Ausführliche Informationen zum Berater-Workshop zur Digitalisierung auf dem 3. Deutschen Mittelstands-Summit gibt es auch hier:

    http://www.top-consultant.de/newsletter/?newsid=7161

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