Julien Christ Pixelio

Neue Erfindung MOOC: Lernplattformen und Massenvorlesungen im Internet

Führende Universitäten wie Stanford und Harvard machen mit. Massive Open Online Courses (MOOCs) ist der neue Trend im Internet. Lernplattformen wie Udacity oder Coursera bieten eine neue Lust am Lernen!

„MOOCs werden die akademische Bildungswelt massiv beeinflussen…“, das meint Jonas Liepmann, Gründer und Geschäftsführer von iversity. iversity ist eine Plattform, die ein Netzwerk für hochschulübergreifende Lehre ist.

[heading style=“1″]Das Institut der deutschen Wirtschaft, Köln, hat sich den „Online-Lehre-Markt“ näher angeschaut.[/heading]
udacity

udacity

Ihren Ursprung haben die Online-Vorlesungen in Kanada: Dort entstand – unter anderem wegen der großen Entfernungen – im Jahr 2008 eine Kooperation aus mehreren Universitäten und dem National Research Council. Im Jahr 2011 sprang der Stanford-Professor Sebastian Thrun auf den Zug auf und öffnete einen seiner Kurse für die Internetgemeinde. An dem Online-Seminar nahmen 160.000 Studenten teil. Thurn gründete daraufhin die Lernplattform Udacity. Das Start-up ging im Februar 2012 ans Netz.

Mittlerweile hat Udacity gut 500.000 Nutzer, die an insgesamt 25 Kursen in Informatik, Mathe, Physik oder Psychologie teilnehmen.

Im April 2012 kam Coursera hinzu. Die Lernplattform, an der inzwischen 69 Universitäten aus aller Welt beteiligt sind, hat sich zum Marktführer der MOOC-Anbieter entwickelt. Nach nur einem Jahr nutzen gut 2,7 Millionen Studenten die insgesamt 222 Kurse.

coursera

coursera

Die dritte große Plattform, edX, ist ein Gemeinschaftswerk der Harvard University und des Massachusetts Institute of Technology. edX ist ebenfalls seit April 2012 online und hat mittlerweile 700.000 Nutzer. Neben den beiden Gründer-Unis wirken noch zehn weitere Hochschulen aus allen Teilen der Welt mit.

Die steigenden Nutzerzahlen der Lernplattformen in den USA zeigen, dass es einen großen Bedarf an kos­tenlosen Bildungsangeboten gibt. Dabei geht es den meisten Teilnehmern jedoch nicht unbedingt darum, einen Abschluss zu erwerben. Im Gegenteil:

Die meisten Menschen nehmen offenbar aus reiner Lust am Lernen an den Kursen teil.

[heading style=“1″]Deutschland[/heading]

OpenCourseWorld ist ein deutsches Angebot, an dem neben der Universität des Saarlandes, der TU München und der TU Hamburg-Harburg auch Unternehmen mitwirken. Mit aktuell 1.200 Nutzern kann das Angebot jedoch nicht mit den Amerikanern mithalten.

Ein weiteres Angebot ist Open­HPI, eine Lernplattform des Hasso-Plattner-Instituts aus Potsdam, die seit September 2012 vier Informatikkurse anbietet. Den ersten Kurs besuchten rund 15.000 Studenten, etwa 2.100 davon legten im Anschluss eine Prüfung ab.

Jonas Liepmann

Jonas Liepmann – iversity GmbH

Eine ernstzunehmende Konkurrenz zu den US-Plattformen möchte das Berliner Unternehmen iversity werden. Die Plattform, die 2008 als eine Art Netzwerk gegründet wurde, hat aktuell rund 70.000 Nutzer. Ab dem Wintersemes­ter 2013/14 soll es hochschulübergreifend Online-Kurse geben.

„MOOCs werden die akademische Bildungswelt massiv beeinflussen. Allerdings wird die Präsenzlehre damit nicht abgeschafft, sondern es werden sich ihre Vorteile herauskristallisieren. Und das ist eben nicht, 600 Leute im Hörsaal zu treffen. Meine Vision ist ein Mischmodell aus On- und Offline. Manches funktioniert im Netz vielleicht sogar besser, denn eine Vorlesung im Hörsaal kann ich nicht zurückspulen, wenn ich etwas nicht verstanden habe.“ (Jonas Liepmann).

 

(Quelle: Institut der deutschen Wirtschaft Köln)
(Fotos: Julien Christ  / pixelio.de – iversity GmbH – iwkoeln)

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